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Surfen auf Schottlands Inseln: Wilde Natur und paradiesische Strände auf den Äußeren Hebriden

Im April ‘22 sind wir gestartet: unser Ziel der Norden von Europa. Wir wollten herausfinden, welches Surfpotential sich hier versteckt und sind mit der Fähre von Holland Richtung Großbritannien aufgebrochen. Ein absolutes Highlight dieser Tour: die äußeren Hebriden.

Die äußeren Hebriden sind eine Inselgruppe im Nordwesten von Schottland. Durch ihre exponierte Lage im Atlantik sind sie wahre Swellmagneten. Die Inseln sind von rauem Klima, wilder Natur und nur wenig Zivilisation geprägt. Zufällig sind wir bei unserer Recherche auf dieses kleine Inselparadies gestoßen und wir wussten sofort: da wollen wir hin!

Surfer walking into the Water on the Outer Hebrides
Surfing on the Outer Hebrides
 

Was du in diesem Blogpost erfährst:

 

Warum auf den äußeren Hebriden surfen?

Bist du auf der Suche nach Sonne, warmem Wasser, Palmen und lässigen Bars für dein After-Surf Bier, dann sind die Hebriden… auf jeden Fall nicht das richtige Ziel. Wenn du aber Lust hast auf leere Spots, wunderschöne Natur, erstklassige Wellen und ein bisschen Entdeckergeist mitbringst, dann solltest du unbedingt die Hebriden in Betracht ziehen.Die äußeren Hebriden bestehen aus mehreren kleinen Inseln, die du alle mit Fähren erreichen kannst. Die beiden größten davon sind Lewis und Harris. Besonders auf Lewis findest du unterschiedlichste Surfspots mit allen Ausrichtungen, sodass irgendwo auf der Insel immer eine Welle läuft - du musst sie nur finden. Daher hilft es auf jeden Fall, wenn du in der Lage bist, den Surf Forecast zu lesen und zu verstehen. Ansonsten bietet die Insel unberührte Strände mit kristallklarem Wasser, bei denen nur die Temperatur dir verrät, dass du nicht in der Karibik bist, wilde Gebirgsketten, die von Fjorden zerklüftet sind und lokale Spezialitäten wie den Harris Gin oder Harris Tweed.

Longboarding Outer Hebrides
Longboarding Outer Hebrides

Surf Trip Outer Hebrides
Surf Trip Outer Hebrides

Die beste Reisezeit für die Äußeren Hebriden

Wie fast überall am Atlantik halten die Monate von September bis April die besten Wellen bereit. Das Wetter ist dann aber auch ganz schön nass und kalt. Daher haben wir uns für einen Kompromiss entschieden und waren im Mai auf den äußeren Hebriden. Der Mai hat zudem bereits sehr lange Tage und du kannst bis spät in den Abend hinein surfen. Der Mai ist eine gute Reisezeit für die äußeren Hebriden mit vergleichsweise wenig Regen, kaum Touristen, guten Wellen und den meisten Sonnenstunden bei Temperaturen zwischen 13 und 7 Grad. Allerdings haben wir, wie uns berichtet wurde, einen ungewöhnlich regenreichen Mai erwischt. Dennoch würden wir auch nächstes Mal wieder im Mai oder Juni fahren, da wir gerne etwas kälteres Wetter für weniger Menschen und bessere Wellen in Kauf nehmen. Du solltest dich aber unbedingt auf wechselhaftes, windiges und raues Wetter einstellen. Und auch unsere Standheizung haben wir das ein oder andere Mal angeworfen.


Beach Outer Hebrides
Beach Outer Hebrides

Welches Equipment - Welches Board und Neo für Schottland

Sowohl in als auch außerhalb des Wassers solltest du auf kalt, nass und windig eingestellt sein. Wir hatten 4/3-er Neoprenanzüge, Handschuhe, Hauben und Booties dabei und das war für uns ausreichend. An einigen windigen Tagen wäre ein 5/4-er Neo aber sicherlich auch bequem gewesen. Das Wasser war zwar weniger kalt, als wir es uns vorgestellt hätten, nach einigen Stunden waren wir trotzdem meistens froh, uns aufzuwärmen und aus dem Wasser zu kommen.


Surf Equipment Scotland
Surf Equipment Scotland

Außerdem hatten wir sowohl unsere Fish Boards mit viel Volumen, unsere Mid-Lengths Boards, als auch die Longboards dabei. Daher waren wir mit sechs Boards für (fast alles) ausgestattet. Mit dabei waren natürlich auch unsere Surf Finnen aus recyceltem Plastik ;).Hätten wir uns für eins entscheiden müssen, wären es wahrscheinlich unsere Fish Boards gewesen, denn die Boards haben viel Volumen, was an kleineren Tagen gut war, aber auch an etwas größeren Tagen konnten wir sie gut mit ins Wasser nehmen. Abgesehen davon solltest du unbedingt deine Wanderschuhe, 1,2 gute Bücher und eine ordentliche Regenjacke mitnehmen. Denn außer dem Surfen, Wandern und der Natur Zuschauen, gibt es nicht sonderlich viel zu tun auf den äußeren Hebriden.


Sieve Single Fin Outer Hebrides
Sieve Single Fin Outer Hebrides

Wildcampen und Wohnmobilstellplätze - mit dem Camper auf den äußeren Hebriden

Die äußeren Hebriden sind ein Paradies für (verantwortungsbewusste!) Camper. Es gibt viele freie Stellplätze an wunderschönen Plätzen, die man gegen eine geringe Spende oder Gebühr nutzen darf. Die meisten dieser Plätze sind sehr einfach gehalten und haben eine ‘Honesty Box’, in die die Gebühr für die Übernachtung eingeworfen wird. Daher der unbedingte Tipp, ausreichend Pounds dabei zu haben, um die Stellplätze auch in bar bezahlen zu können. Wir standen viele Nächte an einem wunderschönen Stellplatz, mit direktem Strandzugang, konsistenten Wellen und kristallklarem Wasser, den wir uns mit nur einigen Campern und vielen Schafen geteilt haben. Für uns einer der schönsten Plätze der ganzen Reise.


Campsite Outer Hebrides
Campsite Outer Hebrides

Wie überall gelten auch hier die üblichen 'Benimmregeln' oder das ‘Camper-Knigge.’ Allerdings schadet es sicherlich nicht, sich dessen noch einmal bewusst zu werden, denn einige Regeln sind hier besonders. Die Straßen sind eng und daher gibt es viele Ausweichbuchten, diese sind (Überraschung) auch wirklich zum Ausweichen und nicht zum Parken gedacht. Parkt also nicht in Ausweichbuchten oder Zufahrten, nicht dort, wo die Sicht von Anwohnern versperrt wird oder Häuser nah sind oder der Boden geschützt werden muss. Hinterlasst den Platz genauso oder sauberer als ihr ihn vorgefunden habt, wenn ihr auf’s Klo müsst, sucht eine Toilette oder geht einen Kaffee trinken, kauft in den lokalen Supermärkten ein und fragt nach, wenn ihr euch unsicher seid, wo ihr stehen könnt, wenn ihr langsam auf der Straße unterwegs seid, stoppt in einer Haltebucht, um Schneller Fahrende vorbei zu lassen, breitet euch nicht unnötig mit Tischen, Stühlen, usw. aus, schließt Weidezäune hinter euch, damit die unzähligen Schafe dort bleiben, wo sie hingehören, usw. Das Beachten dieser simplen und sehr verständlichen Regeln sorgt dafür, dass wir hoffentlich auch in der Zukunft das Privileg dieser schönen Plätze genießen dürfen.

Sheep on the Outer Hebrides
More sheep than you can count

Surfen auf den äußeren Hebriden: kann man in Schottland surfen?

‘Kann man in Schottland denn surfen?’ und ‘Ist das nicht viel zu kalt’, zwei Fragen, die uns häufig gestellt wurden, wenn wir von unseren Reiseplänen berichtet haben. Zu der ersten können wir sagen: Ja, auf jeden Fall. Besonders Lewis hat uns mit seinen vielen unterschiedlichen Surfspots und erstklassigen Wellen verzaubert. Zudem sind die Tage im Mai und Juni besonders lang und daher konnten wir an einigen Tagen bis zu drei Sessions absolvieren. Zu der zweiten können wir sagen: Warmwasser Surfen ist es nicht. Aber dennoch haben uns die leeren Line-ups, das kristallklare Wasser und die wunderschöne Umgebung in ihren Bann gezogen. Von schwierigen Riff Spots bis zu leichteren Beachbreaks haben die Inseln alles zu bieten. Wir würden sie dennoch nur bedingt für Surf-Anfänger empfehlen, denn die Strände sind meist leer, es gibt wenig Surf Infrastruktur und auch keine Life Guards. Daher solltest du schon in der Lage sein, neue Spots einschätzen zu können, um zu verstehen, wann sie gut laufen, wo die Wellen brechen und wie du gut rein und rauskommst. Alternativ kannst du natürlich einen Kurs mit einer der beiden ansässigen Surfschulen buchen.


Surfing on the Outer Hebrides
Surfing on the Outer Hebrides

Anreise und Mobilität vor Ort - Wie komme ich auf die äußeren Hebriden?

Wir haben die CalMac Ferries von Uig (Isle of Skye) nach Tarbert auf die äußeren Hebriden genommen. Um keine Strecke doppelt zu fahren, sind wir auf dem Rückweg von Stornoway nach Ullapool mit der Fähre gefahren. Die Hinfahrt hat uns ca. 50 Pound gekostet (ca. 60€) und ca. 1,5 Std gedauert. Der Rückweg hat uns ca. 75 Pounds (ca. 85€) gekostet und die Fähre hat 2,5 Stunden gebraucht. Insgesamt haben wir also ca. 150€ für beide Wege gezahlt. Wir finden, dass es sich absolut gelohnt hat und die äußeren Hebriden waren eines unserer Highlights in Schottland. Man kann von Lewis oder Harris auch noch weitere Fähren nach Uist, Barra, usw. Nehmen. Da man dort aber nicht dieselbe Wellen Garantie hat, haben wir uns entschieden auf Lewis und Harris zu bleiben.

View from the Ferry
Ferry Crossing Outer Hebrides

Vor Ort lohnt es sich auf jeden Fall mobil zu sein. Wir finden der Camper ist definitiv die beste Wahl, um die Hebriden zu erkunden, an den schönsten Orten zu schlafen und unkompliziert das Surf Equipment dabei zu haben. Nur wetterfest, sollte er im besten Falle sein.

Sieve Fins visiting the Outer Hebrides
Sieve Fins on tour

Fazit: Äußere Hebriden - lohnt es sich?

Wir haben schließlich fast zwei Wochen auf den äußeren Hebriden verbracht und konnten so den Großteil von Lewis und Harris erkunden und dennoch ist es uns schwer gefallen, den Rückweg anzutreten. Für uns waren diese beiden wunderschönen Inseln mit ihren fast karibischen, menschenleeren Stränden, ihrer wilden Natur und guten Wellen ein kleines Paradies. Und es war bestimmt nicht unser letzter Besuch.


Falls du Lust hast mehr von unserem Trip zu hören, schnacken wir auch in dieser Podcast Folge mit Max von Surftalk über unseren Nord Trip.


Sollte dir beim Lesen jetzt jedoch schon kalt geworden sein, interessiert dich vielleicht unser Post zu den 3 besten Wintersurfspots in Europa, die dir Sonne UND Wellen bieten.


Shipwreck Scotland
Shipwreck Scotland

Flowers in Rain Scotland
Changing weather on the Outer Hebrides

Roadtrip through Scotland
Roadtrip through Scotland