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SIEVE Surf Finnen Lexikon

Aktualisiert: 10. Sept.

Doch welche Finnen brauche ich eigentlich und was für Modelle gibt es überhaupt? Die schiere Auswahl an Surf Finnen kann einen schnell überfordern. Damit du zwischen verschiedenen Materialien, Bauweisen, Systemen, Fahreigenschaften usw. den Überblick nicht verlierst haben wir die hier ein kleines Lexikon der Surf Finnen geschrieben.


Eine Sache vorweg: Die Wahl der richtigen Surf Finnen für dich hängt von drei Faktoren ab: deiner Körpergröße, deinem Fahrstil und der Finnenbox deines Surfboards.








Surf Finnen – eine Mini Geschichte

Fangen wir ganz vorne mit einem Mini-Einblick in die Entwicklung der Surf Finnen an: Die Entstehung der verschiedenen Set ups folgte historisch gesehen einer logischen Reihenfolge. Die ersten Surfboards hatten noch keine Finnen, heute nennt man diese Boards ohne Finnen Alaia Boards. In der Zeit zwischen 1920-1960 wurden Surfboards dann meist mit einer Mittelfinne gesurft, die sogenannten Single Fins. Mit kürzeren Boards und neuen Materialien fing man dann an Boards mit zwei Finnen zu surfen (Twin Fins). 1980 folgte dann mit Simon Anderson die Entwicklung hin zu drei Finnen am Board, die bis heute das meist verbreitetste Set up bleibt.



Größe

Auch die Größer deiner Finnen spielt eine Rolle. Größere Finnen geben dir mehr Halt und Kontrolle, mit kleineren Finnen bist du wendiger unterwegs. Dabei solltest du die Größe deiner Finnen auch mit deinem eigenen Körpergewicht abstimmen.


Set ups

Surfboards kommen mit unterschiedlichen Finnen Boxen. Die Finnen Boxen und wie du sie nutzt, bestimmen dein Set up. Die geläufigsten Set ups sind:















Thruster - Das Thruster Set up ist das klassische Set up. Nicht weil es das älteste Set up ist, sondern weil es das meist geläufige Finnen Set up ist. Es gilt als Allrounder und sorgt für Stabilität, Kontrolle & Manövrierfähigkeit. Das Thruster Set up ist für die meisten Bedingungen geeignet.













Single Fin – Das Single Fin Set up kommt mit einer einzigen großen Mittelfinne und wird meist an Long- & Oldschool Boards genutzt. Durch die einzelne große Finne hat es sehr viel Drive und ist optimal für schnelles, geradliniges Surfen. Turns fallen beim Single Fin durch das begrenzte Drehverhalten weicher aus. Wird die Finne weiter hinten in der Box angebracht, sorgt das für mehr Kontrolle, weiter vorne angebracht für ein lockereres Gefühl.













Twin Fin – Beim Twin Fin werden zwei größere Seitenfinnen angebracht. Dieses Set up ist vor allem mit Retro Fischen beliebt. Du gewinnst sehr viel Drive, büßt allerdings etwas an Kontrolle gegenüber dem Thruster Set up ein. Mit einem Twin Set up lassen sich sehr gut längere, langgezogene Turns fahren.


Fahreigenschaften

Das Set up, Material und Größe deiner Finne beeinflusst die Fahreigenschaften. Dabei wirken sich diese Eigenschaften vor allem auf die folgenden Größen aus:


Drive - Geschwindigkeit, die sich aufbauen lässt, um bspw. auch mal schwächere Sektionen zu überbrücken.


Hold - Halt den das Board in der Wall hat


Pivot - Drehradius, den das Board hat. Bestimmt wie eng oder weit Turns gefahren werden können.


Systeme

Ganz grundsätzlich können Finnen ‚Glassed-In‘ sein, das heißt sie sind fest am Board angebracht oder sie sind abnehmbar. Die meisten Finnen jedoch sind abnehmbar. Surfboards sind mit einer Finbox ausgestattet, in die die passenden Finnen eingesetzt und dann mit kleinen Schrauben mithilfe eines Finnenschlüssel festgedreht werden können. Dabei gibt es verschiedene Systeme.


FCS I & FCS II (Fin Control System) – ist das weltweit führende System und wurde 1995 von FCS patentiert. Dabei unterscheidet man zwischen FCS I & II. FCS I Finnen haben zwei Plugs am unteren Rand, diese werden in die Box eingesteckt und dann mit kleinen Schräubchen mithilfe eines Finkeys festgezogen. Das FCS II System wurde 2013 eingeführt, und funktioniert mit einem Clip-In, sodass kein Werkzeug zum Einbau benötigt wird. Viele Hersteller verwenden jedoch weiterhin das FCS I System (wie bei unseren Thruster-Sets).


Future ist der zweitgrößter System Hersteller. Hier wird die Finne über die gesamte Länge der Finbox eingesetzt und ebenfalls mit einer Stellschraube befestigt.


US-System – ist das geläufige System für das Single-Fin Set up. Die Finne wird mittig am Board ausgerichtet. Dadurch, dass sie weiter hinten oder vorne positioniert wird, kann die Manövrierfähigkeit beeinflusst werden. Auch hier wird die Finne mithilfe einer Schraube in der gewünschten Position befestigt.


Material

Das Material deiner Finnen bestimmt, wie flexibel sie sind. Eine Finne mit einem festeren Material ermöglicht direktere Kraftübertragung und somit präzisere Kontrolle. Umso flexibler deine Finnen sind, desto schwammiger können sie sich anfühlen. Eine Finne fühlt sich umso fester an, desto höher der Glasfaser Anteil des Materials ist.


Kunststoff / Glasfaser Mischung – das häufigste Material, aus dem auch unsere Finnen produziert sind. Der Kunststoff ist leicht und flexibel und gewinnt durch den Glasfaser Anteil die nötige Festigkeit. Für die meisten Surfer ist dieses Material vollkommen ausreichend. Die Finnen sind jedoch flexibler als Finnen aus reiner Glasfaser oder Carbon.


Performance Glass / Fiber Glass - 100% geglaste Finne, dadurch wird sie schwerer und steifer. Finnen, die zu 100% aus Glasfaser bestehen sind meist sehr scharf.


Performance Core Carbon - Geglaste Finne mit Schaumkern und Carbon Verstärkung, diese Finnen richten sich eher an Profis. In unserem Sortiment findet ihr auch Finnen mit recyceltem Carbon Anteil.


Fazit

Das war eine Menge Information. Welche Finne sich am besten für dich eignet kannst du am besten durch das Ausprobieren verschiedener Set ups herausfinden. Natürlich kannst du uns auch gerne ansprechen! Und wie immer gilt: es lohnt sich, sich Gedanken zu machen aber auch aus der Wahl deiner Surf-Finnen solltest du keine Raketenwissenschaft machen.


Wenn du dich für unterschiedliche Finnen Shapes und ihre Auswirkung beim Surfen interessierst, kannst du dich hier noch weiter in das Thema einfuchsen.


Hier findest du unsere Surf Finnen.